Die Echte Aloe Vera, auch Curacao-Aloe oder Wüstenlilie genannt, gehört zu den Aloe-Arten, die zur medizinischen (innere wie äußere) Anwendung genutzt werden können. In der pharmazeutischen und kosmetischen Verwendung ist sie fast ausschließlich unter ihren synonymen wissenschaftlichen Namen Aloe vera bzw. Aloe barbadensis bekannt.

In vielen großen Kulturen der Vergangenheit war die Aloe Vera ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Volksmedizin und der Schönheitspflege. Bereits Alexander der Große ließ Verwundungen der Soldaten angeblich mit dem Saft der Aloe Vera behandeln. Die Menschen am Niltal und im Königreich der Pyramiden nutzten Aloe Vera zur gesunden Ernährung und als Kosmetikum zur Erhaltung natürlicher Schönheit. Königinnen wie Nofretete und Cleopatra wussten bereits die Aloe Vera zu schätzen. Auch als Handelsgut war sie im Tausch gegen Gewürze sehr wertvoll und bedeutsam. In der chinesischen Kulturgeschichte besaß die Aloe Symbolcharakter für die Unsterblichkeit.

Aloe Vera wird auch als Zierpflanze verwendet, aber wichtiger ist ihre Bedeutung als vielseitige Heilpflanze. Die stark abführende Wirkung des aus dem Blattharz gewonnenen Aloin ist seit langer Zeit bekannt. Als Inhaltsstoffe zu erwähnen sind neben Aloin auch Barbaloin, Isobarloin, Anthranol, Chrysophansäure, Zimtsäure und deren Ester. Als Frischblatt kann die ganze Blatthaut mit dem inneren Gel  verwertet werden. Da die Blatthaut den Bitterstoff Aloin enthält, wird sie ausschließlich für kosmetische Zwecke verwendet. Als Nahrungsergänzung wird nur das Blattinnere (Gel bzw. der Saft) der Pflanze verwendet, in seltenen Fällen die ganze Blatthaut (ein Herausfiltern des Aloins ist möglich).

Die Nutzung des Aloe Vera Gels in der Medizin und der Kosmetik möglich gemacht hat der texanische Apotheker Bill C. Coates, indem er ein Verfahren zum Schälen der Blätter und zur Konservierung des Blattgels entwickelte. In einer Filetiermaschine wird das Blattmark schonend von der Blattrinde getrennt, so dass die abführenden Anthracenderivate an der Innenseite der Blattrinde das Gel nicht kontaminieren. Zur Stabilisierung werden die Vitamine C und E nach einem patentierten Verfahren zugegeben und das Gel stabilisiert. Unter bestimmten Niedrigtemperaturen kommt es zu einer Reaktion, welche die Erhaltung der hitzeempfindlichen Wirkstoffe ermöglicht.

Aloe Vera kann eingesetzt werden bei Abszessen, Akne, Fußpilz, Neurodermitis, Herpes, schlecht heilenden Wunden, Prellungen (blaue Flecken), Ekzemen, Schuppen und zur Linderung von kleineren Verbrennungen (z.B. Sonnenbrand). In der Zahnmedizin verwendet, soll Aloe Vera-haltige Zahncreme der Parodontitis entgegenwirken.